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2008 – 05 Ohrenhoch, Berlin

Paganini on the Beach


"es war gestern im ohrenhoch eine sehr spezielle und tolle atmosphäre."paganini on the beach" ist beim publikum mit grossem interesse angehört worden.die gesamt atmosphäre wurde zum teil von leuten mit einer andersartigen kirche verglichen..ich bin sehr begeistert von deinem stück, es passt sehr gut in den geräuschladen.

es passierte gestern im geräuschladen auch etwas ganz besonderes, und zwar kam eine ohrenhoch besucherin mit ihrem säugling in einem super bequemen kinderwagen.

es gibt nämlich die möglichkeit für die mütter im ohrenhoch, mit ihrem kinderwagen direkt unter die lautsprecher die von der decke herunterstrahlen ihren kinderwagen zu parkieren.der säugling heisst daniel und hat mit grosser neugier dein stück angehört, er versank buchstäblich in "paganini on the beach" mit zeitweisem strampeln und weitaufgerissenen augen, als ob die töne sichtbar wären und mit seinen ärmchen und händchen versuchte er die töne einzufangen, ähnlich einem schmetterlingsfänger mit seinem netz. man kann tatsächlich davon ausgehen, dass daniel mit grossem interesse deinem stück bewegt lauschte.

die mutter stellte nun fest, oder hatte wirklich den beweis, dass daniel hören kann, weil sie angenommen hatte und auch beunruhigt war, daniel hätte irgendwie mit seinen ohren hör–probleme, verrückt, oder?"

Knut Remond, Künstlerischer Leiter von Ohrenhoch der Geräuschladen Berlin



2008 – 03 youtube

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2008 – 01 MICA

Embodiment


Embodimentnennt sich das neue Projekt der Geigerin und Komponistin Mia Zabelka, mit dem sie dem Publikum die "künstlerische Technik des Aus dem Körper heraus Arbeitens" näher bringen will. Mehr als noch zuvor versucht die Künstlerin mit Hilfe der Improvisation, bisher noch unerforschte Wege zu beschreiten. Zu sehen am 27. Jänner im Porgy & Bess.

"Crossover verstehe ich nicht als konstruiertes Zusammenführen unterschiedlicher Musikstile. Verschiedene musikalische Genres, die mich interessieren, von zeitgenössischer E-Musik, über Free Jazz, Elektronische Musik, Punk, klassische Musik bis Heavy Metal werden durch mich, durch meinen Körper gefiltert. Aus diesem Konzentrat schaffe ich dann eine neue Sprache, meine ganz spezifische Ausdrucksweise. Es freut mich sehr, dass die AusnahmemusikerInnen der One Night Band mich bei diesem Prozess der Sprachfindung mit ihren Spielweisen und Energien begleiten und dadurch Wesentliches zum Gelingen beitragen.." (Mia Zabelka)

Die Geigerin und Komponistin Mia Zabelka zählt schon seit geraumer Zeit zur Speerspitze der heimischen Improvisations–Szene. Genrebedingte Grenzen begreift die Musikerin eher als eine Art festgesetzte Barriere, die es gilt, außer Kraft zu setzen und vollkommen neu zu definieren. Gemeinsam mit ihrer One.Night.Band, der noch der Gitarrist Martin Philadelphy, Bassist Chris Janka und Schlagzeuger Josef Klammer angehören, unternimmt sie ihrem neuen Programm "Embodiment" den Versuch, die verschiedensten Strömungen, mögen diese auch noch so unterschiedlich sein und sich unvereinbar darstellen, unter einen Hut zu bringen.

Dabei bedient sich Mia Zabelka der künstlerischen Arbeitsmethodik des "automatic playing", welche sie von Friederike Mayröckers "automatic writing" her ableitet und nichts anderes bedeutet als "aus dem Körper heraus" Kunst zu erschaffen.

Dieser Zugang ermöglicht es der Geigerin, Improvisation auf eine neuartige Weise impulsartig zu lenken, ohne dabei aber festgelegte Parameter oder festgeschriebene musikalische Gesetze befolgen zu müssen.

Das spannende an dieser Herangehensweise ist die Tatsache, dass niemand erahnen kann, welche Richtung Mia Zabelka und ihr Ensemble im nächsten Moment einzuschlagen gedenken.

Michael Ternai



2007 – 08 Concerto

Mia Zabelka im Gespräch: "Was ist mit einer Geige noch alles möglich"


Ihre klassische Karriere hat sie abgebrochen weil sie die "Lust am Entdecken neuer Töne" mehr als alles andere gereizt hat. Die Extremviolinistin Mia Zabelka ist die Speerspitze der österreichischen Avantgarde, sie produziert bis dato ungehörte Töne und ihre Versuche, das Klangspektrum der Violine immer mehr zu erweitern ist regelmäßig von Erfolg gekrönt. Nachhörbar ist aber ihr letztes Projekt, auf CD erschien "Embodiment", Aufnahmen mit der "One.Night.Band". Mit Alfred Krondraf sprach Mia Zabelka über die CD, die Überlegungen die hinter diesem Projekt stehen und über elektroakustische Musik.

Die CD hast du mit der "One.Night.Band" aufgenommen. Seit wann besteht diese Band und in welcher Besetzung?

Mia Zabelka: Die "One.Night.Band" wurde 2002 von Zahra Mani und mir gegründet, und wir haben auch schon viele Konzerte gespielt, unter anderem im Konzerthaus. Die Idee dahinter ist aber, dass die Besetzung variabel ist, deshalb auch "One Night Band". Jedes Konzert ist ein einmaliges, nicht wiederholbares Ereignis. Mit der "One Night Band" ist es bereits die zweite CD die wir eingespielt haben.

Es ist ja nicht die einfachste Musik die du jetzt machst, was hat dich bewogen, deine klassische Karriere abzubrechen?

Mia Zabelka: Es war die Lust am Entdecken neuer Klänge, das Erforschen des Instruments und von Klängen die normalerweise nicht von dem Instrument produziert werden. Was ist eben mit einer Geige noch möglich außer den bekannten Klängen.

Was ist mit einer Geige noch alles möglich?

Mia Zabelka: Eine Geige hat viele Möglichkeiten, sie kann klingen wie ein Perkussionsinstrument, wie eine E–Gitarre, es unendlich viele Möglichkeiten, vor allem bei der elektronischen Klangerzeugung.

Du verwendest ja sehr viel Elektronik, ist es für dich eine Möglichkeit, das Klangspektrum noch mehr auszuloten?

Mia Zabelka: Ich spiele auch akustische Töne auf der Geige und manchmal macht es gar keinen Unterschied mehr ob elektronisch oder akustisch, aber es gibt auch Töne, die mit dem "freien Ohr" gar nicht mehr hörbar wären, die nur durch die Elektronik überhaupt hörbar gemacht werden können. Ich sehe mich schon aus dem Kontext der Elektroakustik kommend und ich empfinde es als sehr spannend diese Töne zu produzieren und hörbar zu machen.
Ich kann sozusagen mit der Geige Töne generieren die normalerweise Elektroniker erzeugen, der Unterschied ist der, dass sie die Töne am Computer und mit der Maus und dem Cursor generieren und manipulieren und ich habe die Möglichkeit, mit der Hand in die Klänge hineinzugreifen und sie körperlich zu gestalten.

Es ist also eine Umkehrung. Du versuchst, im Gegensatz zu den Elektronikern, Akustik elektronisch klingen zu lassen?

Mia Zabelka: Ja, so kann man es sagen!

Wie entstehen deine Kompositionen?

Mia Zabelka: Es sind weniger Kompositionen als viel mehr Konzepte. Im vorliegenden Fall waren die Basis Texte von Friederike Mayröcker. Der Text war die Partitur und wir haben nicht versucht, den Text zu vertonen sondern wir haben ihn musikalisch umgesetzt. Friederike Mayröcker spricht ja von "automatic writing", ich sehe meine Musik als "automatic playing". Es ist also etwas, was aus dem Moment heraus entsteht.

Es ist also eine momentane Empfindungdie nicht mehr in der gleichen Art wiederholbar ist? Von der Technik her auf alle Fälle, aber nicht mehr von den Klängen? Verwendest du bereits einmal generierte Soundgebilde dann auch nochmals in anderen Zusammenhängen, als Zuspielung zum Beispiel?

Mia Zabelka: Eigentlich nicht, wenn dann nur als Theaterprojekte als Zuspielband hin und wieder. Da produziere ich kein neues Material denn es gibt ja schon sehr viele Aufnehmen. Ansonsten aber ist es immer einmalig und nicht reproduzierbar. Beim ersten Stück auf der CD hatten wir eine Partitur in Form einer bewegten Videopartitur.

Und wie war es bei den anderen Stücken?

Mia Zabelka: Da haben wir uns einen bestimmten Rhythmus ausgemacht, einerseits diese dreiteilige, fast symphonische Form und der andererseits auch auf den Sprachrhythmus von Friederike Mayröcker eingeht.

Dein nächstes Projekt?

Mia Zabelka: Ich arbeite an einer neuen CD, einer Duo CD, bei der ich mit unterschiedlichsten MusikerInnen aus dem Elektronikbereich zusammen arbeite. Rupert Huber, I–Wolf, Franz Hautzinger und andere werden da auf der CD vertreten sein. Ganz wichtig ist mir auch ein Projekt bei dem ich nur mit Frauen zusammenarbeite. Gemeinsam mit Pia Palme, Clementine Gasser, Petra Stump und Cornelia Pesendorfer erarbeite ich zurzeit ein Programm für einen Auftritt in Maria Gugging in der Villa des Art-Brut Centers.

Alfred Kondraf



2007 – 09 SKUG

Mia Zabelka und ihre One.Night.Band


Mia Zabelka und ihre One.Night.Band zeigen sich auf Embodiment in der Offenlegung des Ansatzes nicht hermetisch: Zabelkas Konzept des "automatic playing" ist abgeleitet aus Friederike Mayröckers "automatic writing", eine Form künstlerischen Arbeitens "aus dem Körper heraus". Damit lässt sich Improvisation auf eine neuartige Weise impulsartig lenken, ohne Partituren oder Programme zur Festlegung bestimmter Parameter zu benötigen.

Das Ergebnis ist erwartungsgemäß spannend: Raffiniert in der Materialfindung, souverän in der Auslotung der Möglichkeiten des Zusammenspiels generiert das Ensemble wunderbar ziselierte Klangflüsse, zwischen knapp über der Wahrnehmungsgrenze und heftigen Ausbrüchen.

Auch zwei Legenden der Elektroakustik, Pauline Oliveros und Alvin Curran gehen im Trio mit Zabelka mit viel Verve zur Sache.

Stefan Sperlich



2007 – 06 Der Standard

Klingende Körperimpulse


"Embodiment" hat Komponistin und E–Violinistin Mia Zabelka ihre neue CD genannt, als Verweis auf ihr von Friederike Mayröckers Technik des "automatic writing" beeinflusstes Konzept des Aus–dem–Körper–heraus–Arbeitens", der unmittelbaren Klangwerdung physischer Impulse. Was sich auf dem Papier etwas abstrakt anhört, tönt auf dem Tonträger durchaus spannend: In unterschiedlichen Besetzungen, etwa im Trio mit den US-Elektronik-Magnifizenzen Alvin Curran und Pauline Oliveros, erarbeitet Zabelka flächig – fließende Geräuschsoundscapes von eigenem, filigranem Zauber –und orgiastischen Verdichtungsmomenten.

Selbiges ist auch anlässlich der Live–Präsentation des Silberlings zu erwarten.

Andreas Felber



2007 – 06 Falter

Elektronischer Frühling


Die Komponistin und E–Violinistin Mia Zabelka gilt als eine der führenden VertreterInnen der elektroakustischen, improvisierten Musik, der Klanginstallation und Musikperformance in Österreich. Der poetische Titel des Werks "Embodiment" hat seinen Ursprung in der für Mia Zabelka typischen Technik des "Aus dem Körper heraus Arbeitens", die diese als "automatic playing" bezeichnet.

Zu hören mit ihrer One.Night.Band bestehend aus Franz Hautzinger, Manon Liu Winter, Zahra Mani und Martin Siewert.



1992 – 11 ORF–Ö1

Stilbeschreibung


Es mag beinah ein Dogma der Musik der letzten Jahrzehnte sein, den Klang selbst ins Zentrum aller Aufmerksamkeit zu setzen; für Mia Zabelka ist das nur eine von vielen angeblichen Vorschriften, die sie lustvoll ignoriert. In ihrer Kunst nimmt die Bewegung, die Sprache, das Bild, der Körper, die Geige, die Stimme, die Maschine teil am Ganzen. Nicht um kompositorisch zum Dialog gezwungen zu werden ist diese Vielfalt an Charakteren aufgeboten, sondern um von Mia Zabelka in ein Spielfeld der Interaktion entlassen zu werden.

Eine Erotik der Distanz, eine Präzision im Unbestimmbaren, eine Provokation im Vorhersehbaren lassen sich als einige der charakteristischen Spielzüge ausmachen, wenn Mia Zabelka musiziert, reagiert, improvisiert, und – vielleicht liegt darin etwas Wesentliches – sie gesteht all das auch ihren Spielfiguren zu: wenn Bewegung und Geige und Maschine bleiben müssen, was sie sind, um zu werden, was sie sein könnten; wenn damit Mia Zabelkas Klang-Theater des privaten Raumes Beziehungen und Verbindungen entstehen lässt, wenn "Space Bodies" musiktheatralisch interagieren.

Christian Scheib, ORF–Ö1 in: Echoraum (Programmkatalog), Seite 36



2007 – 05 Tritonus Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien

Embodiment


Verkörperung kommt einem schon in den Sinn, angesichts des fleischig – hautigen Minimal-Artwork. Während "Der Donner des Stillhaltens" sich noch vereinzelter gibt, nur kurze Spitzen verdichtet und einen weiten Spannungsbogen beschreitet, begegnet einem "Der wachgerüttelte Rhythmus" mit Klangblöcken, die einem Tremor gleichkommen. Der Körper, ob Klangkörper oder menschliche (Be–)Spielmaschine, wird in Schwingung versetzt.

Ungemein ruhiger und einer herkömmlichen Melodie am nahesten ist "Die Stimmen in meinem Kopf" die Innenschau eines von außen kommenden Prozesses, der den ganzen Körper erfasst und spaltet. Die Assoziationsebene bleibt weit reichend, gibt es doch außer einem Mayröcker–Zitat keine Hinweise, an denen man sich festmachen könnte. Aber darum geht es nicht bei der Verkörperung im Äther der neuen Musik.



2007 – 10 Schöne Töne

SuNNy MooN DiSTribuTioN, Köln


Zabelka, Mia & One.Night.Band - Embodiment

Mia Zabelka gehört seit vielen Jahren zu den Anarchistinnen der Musikszene in Österreich. Die Violinistin und Vocalistin schert sich nicht um Schubladen und mixt alle denkbaren Stile zu einem Gebräu, das sich aller Kategorisierung entzieht. Für LiebhaberInnen neuer Töne ein Genuss!